Für uns war klar, dass wir gerne einen Welpen aus einer geschützten Zucht haben wollten. Was wir nicht wussten, dass es lange Wartezeiten gab; denn wir hatten zu diesem Zeitpunkt noch keinerlei Erfahrung. Also telefonierte ich mit verschiedenen Züchtern des DRC, die auf der Liste der gefallenen Würfe standen. "Nur Absagen!" Eine Züchterin, Micaela v. Marcard nahm uns auf eine Warteliste, obwohl schon alle Welpen versprochen waren. Sie gab uns eine Empfehlung, wo noch ein Welpe (Rüde) frei sei. So kamen wir zu unserem wundervollen Snow und übernahmen ihn mit ca. 8 Wochen. Damit begann meine Reise, denn damals ahnte ich nicht, dass mir am ersten Tag des DRC Junghundekurses eine französische Trainerin und Züchterin, Antoinette H., sagen würde: „Sie müssen sich entscheiden, wer den Hund führt.“ Mein Mann Lars sagte damals spontan: „...dann ist es besser, wenn das meine Frau macht.“
Snow hatte ich sehr früh als Ersthundeführerin durch sämtliche Prüfungen geführt. Ich bin sehr stolz, ihn soweit gebracht zu haben! Er hat die Zuchtzulassung des DRC; wir es auf Workingtests bis in die F geschafft hatten und ab 2021 Snow, mich zur Jagd begleiten durfte und die Brauchbarkeit §6 NRW erfolgreich bestanden hatte; obwohl er zuvor keine jagdliche Ausbildung hatte und für meinen verstorbenen Ice die Ausbildung fortsetzte. Insbesondere die Wasserarbeit zeichnete Snow aus, weil er ruhig, konzentriert, besonnen und mit viel Freude am Wasser arbeitete, ohne jemals die Nerven zu verlieren. Regelmäßig hatten wir in den letzten Jahren viele Seminare mit unterschiedlichen Trainern, auch Theorie war dabei, besucht und waren schon sehr viele Kilometer im In- und Ausland unterwegs gewesen, um uns fortzubilden und uns den Aufgaben der Richtern auf Workingtests zu stellen. Mein schönstes Gänsehauterlebnis war im Mai 2018 der Team-WT in Belgien, wo wir mit meinem "GoldFlatLab Team" (A/F/O) als Novice-Team mit dem 1. Platz auf dem Treppchen standen.
Selbstverständlich haben wir uns auch auf der ein oder anderen Show präsentiert und schöne Beurteilungen erhalten, dennoch war für mich die Arbeit mit meinen Hunden das Schönste. Wenn Snow nach intensiver Suche mit einem kleinen Sprung das Dummy aufnahm und es mir brachte. Was für ein „will to please“, obwohl es doch ein Leichtes wäre, sich genüsslich ins Gras zu legen und daran herum zu kauen. Snow war für mich ganz besonders, weil er mich täglich forderte mit seinem großen Herz und seinem wachen cleveren Verstand, denn seinen eigenen Kopf hatte er immer an Board, unser "Sir Snow" oder auch liebevoll "The Brain" genannt.
Schon mit nur drei Monaten blieb Snow ganz alleine in fremden Hotelzimmern und verbrachte von da an viele Urlaubs- und Dienstreisen mit langen Wartezeiten in Hotels oder im Auto und machte es uns sehr leicht, ihn zu sämtlichen Aktivitäten mitzunehmen, weil er einfach glücklich war, dabei zu sein und sich vollkommen entspannte auf den ihm zugewiesenen Platz . Einen ganz besonderen Hund haben wir verloren und die Tränen fließen, wenn ich an ihn denke und diese letzten Zeilen über ihn schreibe.